Ungarisch: Kiskolozsvár

Glasing war bis zum Jahr 1971 eine selbständige Gemeinde und wurde am 1.1.1971 nach dem Inkrafttreten des Gemeindestrukturverbesserungsgesetzes der Großgemeinde Güssing angegliedert. Glasing gehörte immer der Pfarrkirche St. Jakob in Güssing an. Aufzeichnungen des Friedhofes gehen bis ins Jahr 1698 zurück.

Geschichte (Originaltext Güssinger Zeitung vom 26. September 1926): Diese Gemeinde gehörte in den uralten Zeiten stets den Güssinger Guts­herren und führte in den alten Urkunden einen ganz anderen Namen, den wir hier­ vorheben wollen. Zum erstenmale kommt sie 1428 als bereits bestandene Gemeinde unter dem Namen Galosar vor, da König Sigismund selbe mit der Güssinger Provinz dem Gutsherrn von Güssing Peter Cseh von Leva schenkte. Im J. 1524 bekommt Gala­saar von König Ludwig II Franz Batthyány. Von dieser Zeit an bis 1848 gehörte die Gemeinde diesem Geschlechte. Im J. 1636 verkaufte Michael Gombköto sein Gut im Gebiet von Galassar. Nach der kanonischen Visitation vom J. 1698 besass die Gemeinde Kolosvár oder Klosim trotz der Entbehrung einer Kapelle doch Glocken und ihren eige­nen Friedhof, in welchem sie verpflichtet war auf ihre eigenen Spesen ein grosses Kreuz in guten Zustand zu erhalten. Die heutige Schule wurde an die Stelle der alten im J. 1856 erbaut. Und nun hatte die kleine Gemeinde mit Riesenopfern in ihrer Mitte eine Kirche erbaut.

Einweihung der Kirche in Glasing (Originaltext Güssinger Zeitung vom 3. Oktober 1926): Seit ihrem 6—7 hundertjährigen Be­stände wird die Gemeinde Giasing kaum noch ein so herzerhebendes Fest gesehen haben, als das am 26. September 1926 begonnene Einweihungsfest ihrer neugebau­ten Kirche. Am Vorabend wie frühmorgens wiederhallten im Tale die kräftigen Pöllerschüsse und ermunterten die Dorfbewohner die kunstvoll aufgeführte Musikstücke. Lang vor der angekündigten Festlichkeit strömten die Menschen von der weiten breiten Um­gebung daher, Urbersdorf und Grossmürbisch sogar in einer Prozession, so dass unmittel­bar vor der Feier die Menge des Volkes auf der breiten Dorfgasse wie ein Menschen­meer wogte. Nach feierlichem Empfange des Herrn Bezirkshauptmannes R. R. Dr. Ernst Mayrhofer und des Herrn P. Quardian Al­fons Pfeiffer an dem Dorfeingange, begann P. Quardian unter Assistens der Patres Gratian Leser und Florid Deák die feier­liche Einsegnung, bei der als Sänger die Herren Oberlehrer aus Grossmürbisch Anton Szucsich und der musikkundige Jüngling Dyonisius Kollár mitwirkten. Dann erhob Pa­ter Gratian Leser auf der neben der Kirche aufgestellten Kanzel seine kräftige Stimme und schilderte mit rührenden Worten die Erhabenheit eines kath. Gotteshauses und den heroischen Opfersinn der Gemeinde­mitglieder, wonach unter Assistens Pater Quardian in der neueingeweihten Kirche zum erstenmale das hl. Messopfer entrichtete, unter dem die Dorfjünglinge und Dorfjung­frauen das vom Fräulein Lehrerin Helene Zistler ihnen eingelehrte deutsche Messlied von Schubert unter Orgelbegleitung des Herrn Dionysius Kollár meisterhaft vortrugen. Das Kirchweihfest fand nachmittag mit einer feierlichen Vesper (Anmerkung: liturgisches Abendgebet im Christentum) seine Vollendung. Es sei noch kurz erwähnt, dass die Schöpfer dieses Gotteshauses die Herren Bürgermeister Franz Buichl, Josef und Aloys Unger, Franz Wein­hofer, Franz Bodisch Nr 9. Aloys Gröller, Sekretär Heinrich Poldt und Quardian Alfons Pfeiffer waren, die als das Baukomitee nicht bloss die Last der Sorgen und Mühen tru­gen, sondern auch in den Gemeinden und zwar in Glasing 17 000 S. durch Amerika 4000 S, in Güssing 340 S, in Urbersdorf 210 S, in Moschendorf 190 S, Sumettendorf 170 S, St.-Nikolaus 110 S, Grossmürbisch 110 S, Heiligenbrunn 50 S, Tobaj 50 S, Steingraben 49 S, Deutschbieling 39 S, Kleinmürbisch 37 S und in Inzenhof 36 S sam­melten. Den Bauplan der Kirche entwarf Baumeister Johann Neubauer aus Jenners­dorf und der Bau fand statt unter dem Bauunternehmer Herrn Aloys Schwarz aus Mogersdorf. Der herrlich ausgearbeitete Hochaltar wurde in der kirchlichen Kunstgewerbeanstalt des Herrn Johann Pomper zu Güssing ver­fertigt. Die Wohltäter dieses Gotteshauses möge Gott in das Buch der Vergeltung ein­tragen und Sie mögen zu allen Zeiten Anteil erhalten an allen Gebeten, welche in dieser Kirche emporsteigen zum Throne des Allerhöchsten. (Originaltext Güssinger Zeitung vom 3. Oktober 1926).

Kerzenproduktion: Kunstvolle Zierkerzen erzeugte bis 1980 oder 1981 ein in Glasing bei Güssing ansässiger Betrieb, der seine bemerkenswerten Erzeugnisse ins ganze Bundesgebiet sowie ins Ausland lieferte. Die Kerzenmodelle (Rustikal- und Dekorkerzen mit den verschiedensten Motiven) wurden vom Unternehmer Berner selbst entworfen und von seinen Mitarbeitern hergestellt.

Die Einwohnerzahl betrug mit Stand 1. Jänner 2017 115 Einwohner.

Durch Glasing führt der 12,4 km lange Wanderweg Hianznpfad (Hianznpfod), welcher seinen Ausgangspunkt beim Parkplatz Kulturzentrum in Güssing hat.

Sehenswürdigkeiten:
Kath. Filialkirche zur Hl. Dreifaltigkeit: Die katholische Filialkirche zur Hl. Dreifaltigkeit befindet an der Hauptstraße und wurde in den Jahren 1925/26 erbaut.
Kriegerdenkmal, befindet sich am östlichen Ortsende, neben dem Friedhof.

Gastronomie: Christa und Manfred Festini aus Vorarlberg haben das frühere Gasthaus Tukovics gekauft und es als "Gasthof zum silbernen Hirsch" im Jahr 2015 wiedereröffnet. Manfred Festini hat Berufserfahrung in Lech und Stuttgart gesammelt. Daher gibt es in Glasing nun nicht nur gutbürgerliche österreichische, sondern auch schwäbische Küche zu verkosten: Maultaschen, Kässpätzle oder Linsen mit Saitenwürsteln. Der "Silberne Hirsch" bietet nach dem kompletten Umbau 70 Sitzplätze, eine Terrasse und einen großen Saal für Veranstaltungen.

Weblink: www.volkstanzgruppe-glasing.at

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