Als Cottageviertel oder kurz das Cottage wird meistens
das Cottageviertel in den Wiener Gemeindebezirken
Währing und
Döbling bezeichnet, es gibt in
Wien aber auch ein Lainzer und ein Hietzinger Cottageviertel.
Die Vorbilder für die Cottage-Villen waren ursprünglich
englische Landhäuser (cottages). Viele Wiener sprechen das
Wort Cottage pseudo-französisch (koteesch) aus, korrekt ist
die englische Aussprache (kottedsch), die immer öfter
verwendet wird.
Das Währinger und Döblinger Cottageviertel gehört zu den
vornehmsten und teuersten Wohngegenden Wiens. Es liegt, auf
der Türkenschanze, zur Hälfte im 18. und zur Hälfte im 19.
Wiener Gemeindebezirk (Währing
und Döbling). Die Hasenauerstraße
bildet die Grenze zwischen beiden Bezirken. Charakteristisch
sind die vielen alten Villen und noblen Häuser sowie die
ruhigen Gassen voller Bäume und Grünflächen. Viele
Prominente wohnen und wohnten hier, zum Beispiel Thomas
Hampson und Arik Brauer. Die Villen im „Cottage-Stil“ haben
oft rote Backsteinfassaden oder zeichnen sich durch
ländliche Bauelemente aus. Sie waren meistens bürgerliche
Familienhäuser, die in den Jahren 1873–74 als Antwort auf
die teuren Zinspaläste errichtet wurden.
Das Währinger und das Döblinger Cottageviertel bilden eigene
Zählbezirke der amtlichen Statistik. Der aus vier
Zählsprengeln bestehende Zählbezirk Währinger Cottage hatte
bei der Volkszählung 2001 1.977 Einwohner, der aus fünf
Zählsprengeln bestehende Zählbezirk Döblinger Cottage 3.648
Einwohner.
Im Jahr 1872 wurde auf Initiative von Edmund Kral und
Heinrich von Ferstel der Wiener Cottage Verein gegründet,
der auf einem unverbauten Gebiet zwischen
Döbling und
Währing den Bau von Ein- und
Zweifamilienhäusern mit umliegenden Gärten plante. Ab 1872
war Heinrich von Ferstel bis zu seinem Tod Obmann des
Vereins. Die ersten 50 Bauten in einfacher, gotisierender
Form wurden unter der Leitung von Architekt Carl von
Borkowski, von dem auch die Parzellierungspläne stammen,
errichtet und verkauft. Nach der Übernahme der Bauleitung
durch Hermann Müller wurden die Bauten mit dem Ansteigen der
Grundstückspreise immer größer und eleganter.
Der erste Baugrund befand sich zwischen der
Sternwartestraße (siehe auch Sternwartepark), der Gymnasiumstraße, der Haizingergasse
und der Cottagegasse. Anfangs prägten das Viertel Villen im
englischen Stil, später wurde im französischen und
italienischen Baustil gebaut.
Außer Ferstel, Borkowski und Ferdinand Oberwimmer planten nun auch weitere
berühmte Architekten wie Franz von Neumann oder das
Architektenduo Fellner und Helmer Villen im Cottage.
Insgesamt errichtete der Wiener Cottage Verein mehr als 350
Häuser. Ähnliche Anlagen wurden schließlich um die
Jahrhundertwende auch in
Hütteldorf, Ober
Sankt Veit und
Hetzendorf errichtet. Angrenzend an das Cottageviertel
erstreckt sich der
Türkenschanzpark; im Cottageviertel befinden sich u.a.
die Universitätssternwarte Wien und das Döblinger Gymnasium.
Damit die hohe Wohnqualität auf Dauer gesichert bleibt,
wurde ein eigenes Cottage-Servitut eingeführt. Die Bewohner
verpflichteten sich und verpflichten sich noch heute,
gewisse bauliche Beschränkungen einzuhalten.
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