Der Seitenstettenhof (Seitenstettner Hof) befindet sich in der Seitenstettengasse 5 im 1. Wiener Gemeindebezirk Innere Stadt.
Wie jedes Anwesen in der Inneren Stadt hat auch der
Seitenstettnerhof eine lange Geschichte.
Frühe Quellen (1352) berichten von einer Schenkung eines
Hofes durch Herzog Albrecht an den Conventus in Gemnich
(=Gaming). Das Anwesen bestand aus drei Häusern des
Kienmarktes und reichte vom
Katzensteigtor bis
zum Chor von St. Ruprecht. Anschliessend erfolgte der Umbau
der Häuser zum Gamingerhof, in den Jahren 1698/99 ein Neubau
des Hofes (siehe obige lateinische Inschrift).
Im Jahre 1782 wurde das beschauliche Leben in allen
Kartausen per Dekret durch Joseph II. beendet, die
Besitztümer dieser Orden fielen dem staatlichen
Religionsfond zu. Die Benediktiner des Stiftes Seitenstetten
(monasterium seitenstadiense) konnten schließlich das
konfiszierte Wiener Anwesen der Kartause Gaming, den
Gaminger-Hof, im Jahre 1783 erwerben. Der Benediktiner-Orden
unterhielt stets Schulen und karitative Einrichtungen und
deshalb wurde seine ebenso angeordnete Aufhebung bald wieder
rückgängig gemacht.
In den Jahren 1825 und -26 wurde der baufällig gewordene
Gamingerhof abgetragen und der Seitenstettner-Hof in der
jetzigen Form vom berühmten Biedermeierarchitekten Joseph
Georg Kornhäusel errichtet. Bei den Demolierungsarbeiten
wurden zahlreiche Funde aus der Römerzeit zutage gefördert.
Es wurde schließlich der “Große Seitenstettnerhof” in der
nach ihm benannten Seitenstettengasse errichtet, sowie der
“Kleine Seitenstettnerhof” auf der donauzugewandten Seite
(ehemals Katzensteig, Kohlmessergasse).
Dieser Kleine Hof wurde durch Bombentreffer im Jahre 1945
zerstört und 1957/58 wieder errichtet. Im 9. Stockwerk
dieses Hauses, jetzt “Neuer Seitenstettner Hof” genannt
(heute Franz-Josefs-Kai 29), befindet sich eine Hauskapelle,
die Dreifaltigkeitskapelle. Ursprünglich gab es schon
Jahrhunderte vorher im alten Gaminger Hof eine Hauskapelle.
In der Toreinfahrt des Seitenstetterhofes befinden Fresken. Sie wurden im Auftrag des Stiftes
Seitenstetten vom akademischen Maler Franz Gruss im Jahre 1952 nach alten Stichen gemalt und beschreiben in kurzen
Worten die Vorgeschichte des wuchtigen Anwesens
Quelle: Text:
www.ruprechtsviertel.alt-wien.eu, Bilder: Hirut55 unter der Lizenz CC BY-SA 3.0 at.
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