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Die Bundeshauptstadt

Person - Ferdinand von Augustin

Ferdinand Vincenz von Augustin (* 24.11.1807 in Wiener Neustadt; † 20.05.1861 oder 22.05.1861 in Baden bei Wien) war ein österreichischer Feldmarschallleutnant und Reiseschriftsteller, sein Pseudonym war Friedrich Aarau.

Leben:
Familie: Ferdinand von Augustin war der älteste Sohn des Feldzeugmeisters Vincenz Freiherr von Augustin und dessen erster Ehefrau Therese (geb. von Haller) (1784–1840); er hatte noch sechs leibliche und drei Halbgeschwister (siehe Vincenz Freiherr von Augustin).

Er war seit 1835 mit der Malerin und Schriftstellerin Marie (geb. von Regelsberg) verheiratet.

Ferdinand von Augustin verstarb während einer Kurmaßnahme in Baden bei Wien.

Werdegang: Ferdinand von Augustin erhielt seine militärische Ausbildung in der Wiener-Neustädter Militärakademie (siehe Theresianische Militärakademie), die er 1823 verließ, um im Bombardier-Corps (Artillerie) den mathematischen und den Artilleriekurs zu hören.

Am 25. September 1825 wurde er zum Unterleutnant im 7. Grenz-Infanterieregiment und kam 1826 zum Czaikistenbataillon. 1827 wurde er zum 19. Linien-Infanterieregiment Prinz Hessen-Homburg versetzt und verrichtete dort überwiegend Adjutantendienste.

Er wurde am 28. Juli 1828 im Infanterieregiment Erzherzog Ludwig Nr. 8 zum Oberleutnant befördert und 1830 in einer Gesandtschaft an den Sultan Mulai Abd ar-Rahman nach Marokko gesandt; die Zeit während der Reise, die er auf der Fregatte Medea durchführte, nutzte er, um viele Skizzen von den besuchten Gegenden Afrikas zu erstellen.

Am 1. Juli 1832 wurde er zum Kapitänlieutnant und am 20. März 1834 zum Hauptmann befördert.

1842 erfolgte seine Beförderung zum Major im Infanterie-Regiment Baron Hess Nr. 49, mit dem er nach Italien marschierte und in Görz (siehe Gorizia) stationiert wurde. Bei Ausbruch der Revolution (siehe Italienische Unabhängigkeitskriege) im Jahr 1848 wurde er durch den Korpskommandanten, Feldzeugmeister Graf Laval Nugent von Westmeath, zur Unterdrückung der Unruhen gegen die Aufständischen sowie als Vorposten bei Cormòns eingesetzt. Nachdem er nach Triest beordert worden war, das durch die piemontesisch-venetianische Flotte bedroht wurde, erhielt er vom Feldmarschallleutnant Graf Gyulay die Aufgabe, die abwechselnde Verteidigung der linken sowie der rechten Hafenbatterien zu übernehmen. Im Herbst 1848 erhielt die Führung von 7 Kompanien und einer Batterie zur Verteidigung der Küste von Capo d’Istria (siehe Koper) bis Parenzo (siehe Porec).

Am 29. Dezember 1848 wurde er Oberstleutnant und Regiments-Kommandeur im 22. Linien-Infanterieregimente Prinz Leopold von Sizilien; er übernahm unverzüglich die Organisation der neu zu errichtenden Bataillone des Regiments von Zara (siehe Zadar) aus. In Zara erfolgte am 26. Mai 1849 seine Beförderung zum Oberst. Das Regiment wurde im Frühjahr 1850 nach Fünfkirchen (siehe Pécs), im Herbst 1850 nach Pressburg (siehe Bratislava) verlegt und im Herbst 1851 nach Komorn disloziert.

Am 29. März 1852 wurde er zum Generalmajor befördert und war darauf Brigadier bei der Grenz-Brigade in Pancsova (siehe Pancevo) beim serbisch-banatischen Armeekorps; während seiner dortigen Dienstzeit schlug er einige wichtige Änderungen im Grenzsystem vor. Im Juli 1854 wurde die Brigade zur Überwachung des Oituz-Passes nach Szekler Neumarkt (siehe Târgu Secuiesc) in Siebenbürgen verlegt. Im September 1854 erhielt er den Auftrag, mit einer fliegenden Kolonne den Tömös-Pass zu überschreiten und die Ortschaften Braila und Gallacz (siehe Galati) zu besetzen; in Gallacz richtete er den Sitz seines Kommandos ein. Nach Ankunft von Sadyk Pascha (siehe Michal Czajkowski) von dem türkischen Armeekorps des Muschir (Marschall) Achmed Pascha übergab er Braila an diesen; durch seinen Sitz in Gallacz befand er sich zwischen den beiden kriegführenden Armeen Russlands und der Türkei (siehe Russisch-Türkische Kriege). Nachdem sich im Februar 1855 die Türken nach Giurgevo zurückgezogen hatten, besetzte er Braila wieder, bis er im Juli 1855 zu seiner Brigade nach Pancsova zurückkehrte.

Auf seine Bitte erhielt er im April 1857 die Führung einer Linienbrigade im 2. Armeekorps in Tarnow.

Im Jahr 1859 wurde er, anlässlich des Krieges mit Piemont (siehe Sardinischer Krieg) und dessen Verbündeten, dem französischen Kaiser Napoléon III., nach Italien in das 9. Armeekorps in der Division des Feldmarschallleutnants Freiherr Heinrich von Handel (1807–1887) nach Portogruaro berufen und mit der Besetzung der Nordküste des Adriatischen Meeres beauftragt; am 20. Mai 1859 übergab er sein Kommando an Generalmajor Friedrich Ahsbas von der Lanze und verlegte mit seiner Brigade aus Tarnow nach Cammerlate (siehe Camerlata) bei Como; dort wurde er dem Feldmarschallleutnant Karl von Urban unterstellt. Bei einem Gefecht mit den Truppen von Giuseppe Garibaldi wurde er am 28. Mai 1859 in Como durch eine Schussverletzung am Fuß verwundet, behielt jedoch die Führung seiner Einheit während dieser Kämpfe.

Am 27. Mai 1859 wurde er zum Feldmarschallleutnant ernannt, erhielt diese Beförderung aber erst Anfang Juni 1859. Er wurde darauf zum 15. Armeekorps versetzt und erfuhr bei der Reise über Triest von dem Frieden von Villafranca und dass das 15. Armeekorps aufgelöst werde, deswegen wurde er zum Festungskommandanten von Zara ernannt.

Am 8. April 1861 erfolgte seine Pensionierung.

Schriftstellerisches Wirken: Ferdinand von Augustin dokumentierte seine Reisen in verschiedenen Schriften, die er mit selbst erstellten Skizzen illustrierte; er veröffentlichte seine Schriften auch teilweise unter dem Pseudonym Friedrich Aarau.

Orden und Ehrenauszeichnungen: Ferdinand von Augustin erhielt den türkischen Mecidiye-Orden 3. Klasse und das Groß-Komturkreuz des königlich-griechischen Erlöser-Ordens.

Er wurde 1857 zum Ehrenbürger von Pancsova ernannt.

Schriften (Auswahl):
Erinnerungen aus Marokko, gesammelt auf einer Reise im Jahre 1830. Wien, 1830.
Reise nach Malta und in das südliche Spanien im Jahre 1830. Wien, 1839.
Der Gamskahr-Kogel in der Gastein. Nebst einem Panorama von seiner Spitze aufgenommen und beschrieben. Wien, 1840.
Streifzüge durch die norischen Alpen. Wien, 1840.
Das Pinzgau. Pest, 1844.
Marokko in seinen geographischen, historischen, religiösen, politischen, militärischen und gesellschaftlichen Zuständen. Nach eigener Anschauung geschildert. Mit Muley Abderrhamans Bildniss, der Ansicht von Tanger und Mequinez. Pest, 1845.
Emmerberg. Wien, 1847.
1. Band.
2. Band.

Oesterreichischer Soldatenfreund vom 26.6.1861, Seite 5: Zu Baden starb am 20. d. M. im 54. Lebensjahre der unangestellte FML. Ferdinand Freiherr von Augustin, Groß-Kommandeur des griech. Erlöser- und Ritter 3. Kl. des osmanischen Medidje-Ordens. Der älteste Sohn des vor zwei Jahren verschiedenen hochverdienten FZM. Vizenz Freiherrn v. Augustin, wurde er kürzlich wegen andauernder Krankheit auf seine Bitte von dem Festungs-Kommando in Zara enthoben und suchte im Badner Bade vergebliche Linderung seiner Leiden. Wir behalten uns vor, eine biographische Skizze des Verstorbenen nachzutragen.

Oesterreichischer Soldatenfreund vom 6.7.1861, Seite 6 und 7: Der am 22. v. M. zu Baden bei Wien verstorbene unangestellte FML. Ferdinand Freiherr von Augustin (vergl. Nr. 51 der „Militär-Zeitung") war am 24. November 1807 zu Wiener-Neustadt geboren. Aeltester Sohn des vor zwei Jahren ihm im Tode vorangegangenen, um die Artillerie hochverdienten FZM. Vinzenz Freiherrn von Augustin, trat Ferdinand noch im Knabenalter in jene großartige Schöpfung der unvergeßlichen Kaiserin, welcher Tausende von ausgezeichneten Militärs ihre Bildung verdanken. Nach beendetem 5. Jahrgange wurde Augustin am 16. Oktober 1823 als k. Kadet in das bestandene Bombardier-Korps eingetheilt, wo er den mathematischen und Artillerie-Cours hörte. Zwei Jahre später zum Lieutenant in dem vormaligen zweiten Romanen-Regiment befördert, ward er bald darnach dem Tschaikisten-Bataillon zur Erlernung des Dienstes zugewiesen. Während dieser und der einjährigen Dienstleistung bei dem 19. Infanterie Regimente als Bataillons-Adjutant verwendet, erfolgte im September 1827 seine Ernennung zum Oberlieutenant im 8. Infanterie-Regimente, wo er stufenweise vorrückend im Jahre 1842 die Beförderung zum Major im 49. Infanterie-Regiment erhielt. In den letzten Zwanzigerjahren hatten die bekannten Riffpiraten ein österreichisches Kauffahrteischiff in der Nähe von Mequinez aufgebracht und unsere damals noch sehr junge Flotte erhielt den Auftrag, sie zu züchtigen. Die Fregatte „Medea" wurde hiezu ausersehen, und man schiffte auch eine Anzahl der von Augustin Vater in Oesterreich zuerst eingeführten Congreve'schen Raketen ein. Dieser Umstand gab Gelegenheit, daß Oberlieutenant Augustin die Erlaubniß ansuchte und erhielt, sich der Expedition anschließen zu dürfen. Nachdem Mequinez nicht ohne Erfolg bombardirt worden war, erboten sich die Marokkaner, Genugthuung zu geben. Zu diesem Behufe reiste Freiherr von Pflügl als k. k. Bevollmächtigter mit dem Oberlieutenant Augustin nach der Residenz des Sultans, wo der bekannte Friedens- und Handelsvertrag zwischen Oesterreich und Marokko unterzeichnet wurde. Frucht dieser Reise waren mehrere Schriften, welche Augustin herausgab und zum Theil mit ganz artigen Illustrationen nach eigenen Zeichnungen zierte, als: „Erinnerungen aus Marokko gesammelt auf einer Reise im Jahre 1830" (Wien 1838); dann: „Marokko in seinen geographischen, historischen, religiösen, politischen, militärischen und gesellschaftlichen Zuständen nach eigener Anschauung geschildert" (Pest 1845); endlich „Reise nach Malta und in das südliche Spanien im Jahre 1830" (Wien 1839). Auch das anonym erschienene Werk „Der Gamskarkogel in der Gastein," nebst einem Panorama von seiner Spitze aufgenommen und beschrieben (Wien 1840); dann „Das Pinzgau" (Pest 1844), endlich „Streifzüge durch die norischen Alpen" (Wien 1840) sind aus der Feder des Verstorbenen.

Im Jahre 1848 wurde Augustin Oberstlieutenant im 22. Infanterie-Regiment. Beim Ausbruch der Revolution in Italien kommandirte er noch als Major ein Bataillon des Infanterie-Regiments Heß zu Görz, hielt hier die Ruhe aufrecht und sicherte den Landstrich zwischen dem Indrio und dem Isonzo vor feindlicher Aufwieglung; später unterdrückte er einen zwischen Görz und Trieft ausgebrochenen Bauernaufstand mit Waffengewalt und wurde für sein Verhalten zu Görz und Dignano vom Regiments-Inhaber belobt. Während der Blokade von Triest durch die sardinische Flotte befehligte Augustin abwechselnd einen Flügel der Vertheidigung und ward ihm in der Folge die Sicherung der Küste Istriens von Capo d'Istria bis Rovigno übertragen. Im April 1849 avancirte Augustin zum Obersten und Regiments-Kommandanten, nach beiläufig drei Jahren zum Generalmajor und Brigadier im serbisch-banatischen Armeekorps zu Pancsova, in welcher Eigenschaft er kurz vor Beginn des Feldzuges 1859 in Krakau sich befand. In diesem Feldzug erhielt er das Kommando einer Brigade in der Reservedivision Urban, bestand am 27. Mai bei Como ein Gefecht gegen Garibaldi, in welchem er durch einen Gewehrschuß am Fuße verwundet wurde, und erhielt hier die Beförderung zun FML. und Divisionär bei der Küstenvertheidigungs-Armee zu Triest. Der Friede von Villafranca setzte seiner Laufbahn vor dem Feinde ein Ziel. Kurze Zeit darnach erhielt Augustin die Bestimmung als Festungs-Kommandant nach Zara, wo er etwas über anderthalb Jahre wirkte, da er sich krankheitshalber bemüssigt sah, um die Pensionirung anzusuchen, die bekanntlich von sehr kurzer Dauer war. Sie erfolgte am 8. April 1861 nach 37jähriger vorzüglicher Dienstleistung. FML. Augustin war ein Mann von vielen Talenten und ausgezeichneten Geistesgaben, von wohlwollender guter Gemüthsart und lebhaftem Temperamente; wenn auch zuweilen auffahrend und leidenschaftlich, leicht reizbar und empfindlich; er war durch und durch ein rechtlicher Charakter, ein musterhafter Mensch, ein ausgezeichneter Sohn. Als sein Vater verschied und die „Wiener Zeitung" eine biographische Skizze über denselben brachte, schrieb er uns: „Der sehr mangelhafte, ich möchte sagen nicht würdig genug gehaltene Nekrolog meines Vaters veranlaßte mich, aus seinen in meinen Händen befindlichen Papieren ein Bild seines interessanten Lebens zu entwerfen, welches ich Ihnen zur Verfügung stelle. (Dieser Nachruf erschien in unserem Militär-Kalender 1860. Die Red.) Alles, was darin gesagt wird, basirt sich auf Dokumente und Niemand vermag Ihnen so richtige Daten anzugeben, als derjenige, der der vertrauteste Freund des besten Vaters war." Der Verstorbene blieb Zeit seines Lebens unausgesetzt bemüht, sich für seinen Stand mehr auszubilden. Gründlicher Kenner der allgemeinen und Kriegsgeschichte, sehr erfahren in der Länderkunde und in den Naturwissenschaften, sehr bewandert in der Technik, und Waffenkunde, hatte er sich als topographischer und historischer Schriftsteller einen Namen gemacht. Sein 1847 unter dem Namen Friedrich Aarau zu Wien erschienener historischer Roman „Emmering" erlebte im Jahre 1851 eine zweite Auflage. Nebenbei war Augustin Porträt- und ein ausgezeichneter Landschaftsmaler und Zeichner. Seine Witwe Maria, die Tochter des vor wenigen Wochen verstorbenen Generalmajors Regelsberg von Thurnberg, dem Verewigten im Jahre 1835 angetraut, hat sich unter dem Pseudonym Maria von Thurnberg als Dichterin und Malerin in beiden Künsten einen geachteten Namen verschafft.

Neue Freie Presse vom 13.2.1886, Seite 20: Unsere verehrte Präsidentin, Excellenz Frau Baronin Marie v. Augustin (Marie v. Thurnberg), ist gestern plötzlich gestorben. Das Leichenbegängniß findet Montag den 15. d. um 3 Uhr Nachmittags statt. Die P. T. Mitglieder werden ersucht, sich zu dieser Stunde in der evangelischen Kirche A. C., I., Dorotheergasse, einfinden zu wollen.

Quelle: Dieser Text basiert auf dem Artikel Ferdinand_von_Augustin aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 4.0 (Text erweitert). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Bilder: Oesterreichischer Soldatenfreund vom 26.6.1861, Seite 5, Oesterreichischer Soldatenfreund vom 6.7.1861, Seite 6 und 7, Neue Freie Presse vom 13.2.1886, Seite 20 und gemeinfrei.



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