Person - Heinrich Schreyer
Heinrich Schreyer, Tierhändler, Besitzer der Menagerie und des Schreyer'schen Affentheaters im
Prater,
* 1793, † 22.08.1847, zuletzt wohnhaft: 2.,
Leopoldstadt Nr. 397.
1845 kaufte der Menageriebesitzer Heinrich Schreyer eine Hütte am Standort Praterhütte Nr. 45 im Prater
und eröffnete 1847 sein neues Etablissement "Schreyer'sches Affentheater".
Der Holzbau war ca. 25 m lang und ca. 15 m breit, hatte zwei Galerien und 17 Logen.
Er ließ die Affen nicht wie früher üblich auf Hunden, sondern auf Ponys durch die Manege reiten.
Die Äffchen spielten auch in verschiedenen Pantomimen.
Die Wiedereröffnung nach Heinrich Schreyers Tod erfolgte am 4. September 1847 (Der Humorist vom 3.9.1847, Seite 4).
Das Geschäft dürfte erfolgreich gewesen sein, denn er hinterließ 29.000 fl.
Seine Witwe Johanna führte das Theater noch ca. drei Jahre (bis 7.7.1850) allein weiter.
Unter ihrer Zeit wurden Karten (Billets zu Logen) für das Affentheater sogar in ihrer Wohnung verkauft.
Dann übernahm in der Saison 1861/1862 der damals populäre Volkssänger Johann Fürst (Fürsttheater) den Betrieb.
Später stand am Standort Praterhütte Nr. 45 das Lustspielkino, (auch Lustpiel Theater Kino und Kino-Lustspieltheater),
ein historisches Kino, welches am 1. Dezember 1927 mit 1.065 Sitzplätzen auf drei Etagen eröffnete.
Ab 1929 waren auch Tonfilme zu sehen.
In den Jahren 1938-1945 bekam es den Namen "Filmpalast".
Als einziges Praterkino wurde es im April 1945 nicht zerstört und konnte am 11. November 1949 den Spielbetrieb wieder aufnehmen.
1981 zerstörte ein Brand das Kino und wurde danach für immer geschlossen.
Aufführungen:
1847: Die Bestürmung der Festung Ulloa
Wiener Zeitung vom 28.5.1845, Seite 8:
Große Menagerie im
Prater, Feuerwerks-Allee.
Heute präcis
1/2 6 Uhr, große Hauptfütterung sämmtlicher
Thiere, wobey die Schlangen gefüttert
werden, welches alle Monath nur ein Mahl
geschieht, zu welchen interessanten
Schauspiel ergebenst einladet
Heinrich Schreyer,
Menagerie-Besitzer.
Wiener Zeitung vom 16.6.1847, Seite 3:
Herr Heinrich Schreyer, Eigenthümer des beliebten
Affentheaters im
Prater, bestimmte die reine Einnahme
des 11. Junius l. J., zur Unterstützung der
Armen, um auch seine Theilnahme an den Bedrängnissen
der Gegenwart thatsächlich zu bezeugen. Da
jedoch seine Erwartung eines reichlichen Ertrages durch
die Ungunst des Wetters getäuscht worden ist, so widmete
er die ganze Einnahme diesem menschenfreundlichen Zwecke.
Mit schuldiger Dankbarkeit bringt die abgelieferte
Summe von 60 fl. 20 kr. C. M., zur öffentlichen
Kenntniß der
Vorstand des Versorgungshauses in der
Leopoldstadt und
Jägerzeile.
Wiener Zeitung vom 27.8.1847, Seite 5:
Hr. Heinrich Schreyer, Menagerie- und Affentheaters-Inhaber,
alt 54 J., in der
Leopoldstadt Nr. 397, am
Wassererguße in die Brusthöhle.
Wiener Zeitung vom 7.5.1850, Seite 8:
Affen-Theater im Prater.
Heute große Vorstellung.
Casseneröffnung um 4 Uhr. Anfang 5 Uhr, Ende 7 Uhr.
Johanna Schreyer.
Wiener Zeitung vom 7.7.1850, Seite 9:
Unwiderruflich letzte Vorstellung in
Schreyer's Affen-Theater.
im Prater in der Feuerwerks-Allee rechts.
Cass.eröffnung um 4 Uhr. Anfang um 5 Uhr, Ende vor 7 Uhr.
Johanna Schreyer,
Eigenthümerin.
Die Grabstelle befindet sich am
St. Marxer Friedhof (
Position 112).
Quelle: Text: www.nikles.net, Bilder:
Wiener Zeitung vom 28.5.1845, Seite 8,
Unbekannt, "Heinrich Schreyer's/Affen-Theater", 1847, Wien Museum Inv.-Nr. 174758, CC0 (https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/345881/),
Wiener Zeitung vom 16.6.1847, Seite 3, Wiener Zeitung vom 27.8.1847, Seite 5,
Wiener Zeitung vom 7.5.1850, Seite 8.