Person - Ludwig de Traux
Ludwig de Traux, Numismatiker und k.k. Feldmarschall-Leutnant, Inhaber des Dienstkreuzes, geb. 1773 in Antwerpen, gest. 05.05.1855 oder 06.05.1855 im 82. LJ., zuletzt wohnhaft 1., Köllnerhofgasse Nr. 739.
Ludwig de Traux war ein berühmter Numismatiker.
Seine Sammlung, vor allem Medaillen von Kriegsereignissen und Städtemünzen, umfasste ca. 11.000 Stück (genau genommen 10.959 Stück,
er verfasste zu jeder Münze bzw. Medaille einen historischen und sachlichen Kommentar).
Militärlaufbahn: Ludwig de Traux absolvierte die Ingenieursakademie und schlug die militärische Laufbahn ein:
1804 Hauptmann
1804-1821 Geheimer Kabinettssekretär Franz I.
1821 Oberstleutnant
1821 Oberst und Direktor des Geniehauptarchivs
1831 Distriktsdirektor in Wien (Vereinigte Ofner-Pester Zeitung vom 22.1.1832, Seite 2)
1833 Generalmajor (K. K. priv. Prager Zeitung vom 12.2.1833, Seite 1)
1843 Ruhestand als Feldmarschallleutnant (Wiener Zeitung vom 19.11.1843, Seite 1)
Laut Wiener Zeitung vom 9.5.1855, Seite 9 verstarb Ludwig de Traux an einer Lähmung des Herzens.
Wiener Zeitung vom 11.5.1855, Seite 4:
Ludwig de Traux,
unangestellter FML., am 6. d. zu Wien im 81sten
Lebensjahre in ein besseres Leben eingegangen, war zu
Antwerpen, wo sein Vater seiner Zeit in der Dienstleistung
als k.k. Genie-Offizier stand, geboren. Gleich
seinem älteren Bruder, Maximilin de Traux, Genie-Obersten
(durch vielseitige Schriften für die Wissenschaft
und als Lehrer der permanenten Fortifikation an
der Neustädter Akademie vom Jahre 1811 bis zu seinem
Ableben 1817 berühmt), erhielt auch Ludwig seine
Erziehung in der Ingenieur-Akademie zu Wien und
trat im 17. Lebensjahre als Kadet in das Korps.
Im Juni 1793 mit Uebergehung der Unterlieutenants-Charge
zum Oberlieutenant befördert, benahm er sich
in den Kriegen jener Zeit mit großer Umsicht und
wurde am 1. Dezember 1804 damals Hauptmann im
Korps, mit dem höchst ehrenden Vertrauen ausgezeichnet,
indem ihn weiland Se. Majestät Kaiser Franz
zum geheimen Kabinetssekretär berief. Durch 17 Jahre
blieb de Traux in der unmittelbaren Verwendung
bei seinem Kaiser und erfreute sich einer seltenen Gunst
und eines höchst schmeichelhaften Zutrauens. Als er
dann stufenweise im Dezember 1821 die Ernennung
zum Obersten erhalten hatte, wurde er über eigenes
Ansuchen Direktor des Genie-Hauptarchivs und vertauschte
10 Jahre später diesen Posten mit jenem eines
Distrikts-Direktors in Wien. Da wurde er im
Jänner 1833 Generalmajor und trat nach 53 zurückgelegten
Dienstjahren mit dem Charakter eines
Feldmarschall-Lieutenants in den Ruhestand. Der Verstorbene war
als Numismatiker höchst vortheilhaft bekannt. Seine
Münz-und Medaillen-Sammlung umfaßt die mittlere,
neue und neueste Geschichte, ohne Rücksicht auf
Größe und aus Metall, und zählt weit über 10.000
Stücke. Mit ganz besonderer Vorliebe hatte sich de
Traux aus die Kriegsgeschichte jener Zeiten verlegt und
man wird in Bezug auf Schlachten, Belagerungen
und Friedensschlüsse, z. B. des siebenjährigen Krieges,
nicht leicht eine umfassendere Sammlung finden,
daher auch das Fach der Städtemünzen besonders
vertreten ist. Die Sorge, die er auf die Reihenfolge
der Regenten verwandte, gewährt eine richtige
Uebersicht, so wie die mit größtem Fleiße verfaßten
trefflichen geschichtlichen Erläuterungen, die jedem
Stücke beiliegen, dieser Sammlung noch einen besondern
Werth geben. Es wäre im Interesse der Wissenschaft
zu wünschen, wenn diese seltene Sammlung in
die Hände eines Kenners überginge und in jener Weise
erhalten würde, wie sie FML. de Traux begründet
und bis an sein Ende fortgeführt hatte. (Milit. Ztg.)
Mit im Grab: Marie de Traux, geb. von Stockmayer, gest. 07.02.1868 im 89 LJ.
Laut Wiener Zeitung vom 12.2.1868, Seite 11, verstarb Marie (Maria) de Traux, geb. von Stockmayer, zuletzt wohnhaft Wollzeile 32, an einer Gehirnlähmung.
Die Grabstelle befindet sich am
St. Marxer Friedhof (Gruppe 8,
Position 193).
Quelle: Text: www.nikles.net, Bilder: www.nikles.net, Wiener Zeitung vom 9.5.1855,
Wiener Zeitung vom 11.5.1855, Seite 4,
Seite 9 und Wiener Zeitung vom 12.2.1868, Seite 11,
Google Books vom 1.2.1857 (Versteigerung).