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Die Bundeshauptstadt

Person - Peter (Pierre) Bretel

Peter (Pierre) Bretel, Tanzlehrer, k.k. Hoftanzlehrer, * 1793 in Frankreich, † 22.09.1867, zuletzt wohnhaft: 1., Annagasse 20.

Leben: Peter Bretel wurde in Frankreich als Pierre Bretel geboren. Er wurde an der Ecole de dame de l'Academie Imperiale de musique ausgebildet. Er hielt sich dann in Holland auf und kam dann an den Wiener Hof. Hier zählte nicht nur der ganze Adel zu seinen Schülern (darunter der Herzog von Reichstadt), auch drei Kaiser, Franz, Ferdinand und Franz Josef, hat er in ihren jungen Jahren in seiner Knust unterwiesen. Auch seine Frau Jenny, eine Anstands-Lehrerin, hat Prinzessinnen und Prinzen unterrichtet. 1831 wurde er und seine Frau Jenny von Josef Kriehuber unter dem Titel "Bildnisse des Tanzmeisters Peter Bretel und seiner Frau" gemalen (Die Zeit vom 10.11.1908, Seite 4). Peter Bretel wurde am 10.12.1842 zum k. k. Hoftanzmeister ernannt. Er verstarb am 22.09.1867 mit 74 Jahren an Gehirnlähmung und wurde am St. Marxer Friedhof (Position 138) bestattet. Der Grabstein hat auch eine französische Inschrift.

Kinder (unvollständig):
Peter Bretel, † 19.01.1841, 18 Jahre.

Wiener Zeitung vom 29.12.1842, Seite 1: Se. k. k. Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 10. d. M., den Tanzmeister, Peter Bretel, zum k. k. Hoftanzmeister allergnädigst zu ernennen geruhet.

Wiener Zeitung vom 27.9.1867, Seite 9: Bretel Peter pens. k. k. Hof-Tanzlehrer, 74 J., Stadt, Annagasse 20, Gehirnlähmung.

Wiener Zeitung vom 22.1.1841, Seite 5: Dem Hrn. Peter Bretel, Tanzlehrer, s. Sohn Peter, alt 18 J., auf der Seilerstätte Nr. 994, am Nervenfieber.

Tagespost Graz vom 28.1.1908, Seite 26: In der Kriehuber-Ausbtellung, die am verflossenen Sonntag im hiesigen Kupferstichkabinett eröffnet wurde, befinden sich unter den vielen schönen Lithographien auch zwei wertvolle Aquarelle des Meisters, die durch ihre Vorzüglichkeit, ihr frühes Datum (1831) und die Personen der Dargestellten besonderes Interesse verdienen. Es sind Herr Peter Bretel, der Hoftanzmeister des vormärzlichen Wien, eine sehr populäre Persönlichkeit, und seine Frau Jenny. Bretel, ein Franzose von Geburt, war an der Ecole de dame de l'Academie Imperiale de musique ausgebildet worden, hielt sich einige Zeit in Holland auf und kam dann an den Wiener Hof. Hier zählte nicht nur der ganze Adel zu seinen Schülern (darunter der Herzog von Reichstadt), auch drei Kaiser, Franz, Ferdinand und Franz Josef, hat er in ihren jungen Jahren in seiner Knust unterwiesen. In seiner langen Wirkungszeit — er ging erst 1875 [?] in Pension - knüpften sich viele Anekdoten an seine Person. Auch die schöne Frau Jenny hat Prinzessinnen und Prinzen unterrichtet. Aquarelle Kriehubers aus so früher Zeit sind außerordentlich selten und auch von künstlerischem Interesse. Die vorliegenden sind noch völlig in der Technik der Miniatur gemalt, glatt und süß, aber doch in der Gesamthaltung klassisch und von imposanter Vornehmlichkeit. In dem wie hingehauchten Kolorit und den kühlen Farbentönen, besonders des Damenporträts, äußert sich wohl der Einfluß Fügers. Wir kommen auf die übrigen Werke Kriehubers noch ausführlicher zurück.

Die Grabstelle mit französischer Inschrift befindet sich am St. Marxer Friedhof (Position 138).

Quelle: Text: www.nikles.net, Bilder: Universitätsbibliothek Heidelberg (https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/pisko1908_11_11/0061/image,info und https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/pisko1908_11_11/0062/image,info), Wiener Zeitung vom 29.12.1842, Seite 1, Wiener Zeitung vom 27.9.1867, Seite 9, Wiener Zeitung vom 22.1.1841, Seite 5, Tagespost Graz vom 28.1.1908, Seite 26.



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