Person - Hugo und Floriane Vacano
Die Grabstelle von:
Hugo Joseph Emilian Vacano, Hörer der Rechte, * 12.04.1842 in Steyr, † 02.11.1862, Bestattungsdatum: 04.11.1862, Obere Viaduktgasse 36, und
Floriane (Floriana Emilia Maria) Vacano, * 20.06.1844 in Steyr, † 29.04.1866, zuletzt wohnhaft: 3. Linke Bahngasse 3.
Hugo Vacano, der Jura studiert hatte, starb am 2. November 1862 im Alter von 20 Jahren in der Oberen Viaduktgasse 36.
Seine Schwester Floriane war 22 Jahre alt, als sie am 29. April 1866 in der Linken Bahngasse 3 verstarb.
Die beiden starben an einer Lungentuberkulose.
Eltern:
Emil Vacano, pens. k.k. Landesgerichtsrat, Jurist, Abgeordneter, * 24.03.1807, in Johannestal, Alt-Hart,
Niederösterreich, † 01.10.1877 in Türnitz,
Niederösterreich, Bestattungsdatum: 03.10.1877, zuletzt wohnhaft Türnitz Nr. 15.
Emilie Vacano, geb. von Koller, * 16.12.1817 in Steyr,
Steiermark, † 28.06.1893 in Türnitz,
Niederösterreich, Bestattungsdatum: 30.06.1893.
Der Jurist Emil Vacano (1807–1877) ist nicht zu verwechseln mit Emil Mario Vacano (1840–1892),
der seine Karriere als Transvestit und Kunstreiter unter den Pseudonymen "Signora Sangumetta" oder "Miss Corinna" begann
und später ein angesehener Autor wurde, heute jedoch weitgehend in Vergessenheit geraten ist.
Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe) vom 14.10.1877, Seite 3:
(Emil Vacano †.) Vor wenigen Tagen starb
auf seiner Besitzung zu Türnitz bei St. Pölten Herr Emil
Vacano im 71. Lebensjahre. So still und zurückgezogen
er seine letzten Tage verbrachte, so rege betheiligte er sich
einst an dem konstitutionellen Leben. Verhältnißmäßig
jung im Staatsdienste zu einer ehrenvollen Stellung in
der Berggerichts-Praxis berufen, wurde er im Jahre 1848
von der Stadt Steyr als Abgeordneter in den Reichstag
nach Kremsier entsendet und vertrat dort und nach der
Auflösung des Reichstages auch außerhalb desselben die
Sache der Verfassung mit solchem Freimuthe, daß er
während der Reaktions-Epoche bald unmöglich wurde,
seine Pensionirung über sich ergehen lassen und sich
gänzlich zurückziehen mußte, um weiteren Verfolgungen zu
entgehen. Er trat bald nachher als Rechtskonsulent bei
dem Montanwerkbesitzer Herrn Alois Miesbach ein und
wirkte als solcher auch bei dem gegenwärtigen Eigenthümer
dieser Montanwerke
Heinrich v. Drasche bis an's
Ende seines Lebens.
Die Grabstelle befindet sich am
St. Marxer Friedhof.
Quelle: Text: www.nikles.net, Bilder: www.nikles.net., Wiener Zeitung vom 4.11.1862, Seite 12 und Wiener Zeitung vom 1.5.1866, Seite 11,
Sterbebuch der Pfarre St. Rochus, 1859-1862, Seite 234,
Taufbuch der Stadtpfarre Steyr, 1834-1850, Seite 79,
Matricula Online, Sterbebuch in Türnitz, 1879-1925, Seite 111,
Matricula Online, Sterbebuch in Türnitz, 1855-1878, Seite 177,
Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe) vom 14.10.1877, Seite 3.