Person - Johann Philipp von Faber
Johann Philipp Franz Freiherr von Faber (Joannes Philippus De Faber), Offizier, Feldzeugmeister,
Mitglied der Wildensteiner Ritterschaft zur blauen Erde,
Local-Direktor der Militär-Akademie zu Wiener-Neustadt,
letzter kurtrierischer Kommandant der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz,
architectura castrensis et rei tormenta-riae [oder rice] Trevirensis Praefectus
(Lager- und Artilleriekommandant, Präfekt von Trier),
* 06.01.1758 in Mainz, † 05.03.1844 in Wien, Bestattungsdatum 07.03.1844,
zuletzt wohnhaft: 1., Riemerstraße.
Leben und Karriere: Der am 06.01.1758 in Mainz geborene Johann Philipp Franz von Faber
war der Sohn des kurmainzischen Generals Joseph von Faber (1728-1802).
Seine militärische Laufbahn begann 1773 in kurmainzischen Diensten.
1784 wechselte er zum Kurfürstentum Trier (Kurtrier), wo er zunächst Kommandant des Ingenieur- und Artilleriecorps wurde.
Seit 1793 war Faber kurtrierischer Kommandant der Festung Ehrenbreitstein
(Die Festung Ehrenbreitstein ist eine seit dem 16. Jahrhundert bestehende,
ursprünglich kurtrierische, später preußische Befestigungsanlage gegenüber der Moselmündung in Koblenz).
Nachdem französische Truppen im Oktober 1794 Koblenz eingenommen hatten und der Kurfürst samt Hofstaat geflüchtet waren,
verschanzten sich unter Fabers Kommando Heerestruppen auf der Festung Ehrenbreitstein.
Faber, der sich während der Belagerung und Blockade durch die Franzosen durch hervorragende Führungsqualitäten
und Fachkenntnisse auszeichnete, wurde am 1. Dezember 1796
vom Trierer Kurfürsten Clemens Wenzeslaus zum Obersten und Kommandanten des Regiments Kurtrier ernannt.
Ein Jahr später übernahm er das Kommando über die auf dem Ehrenbreitstein verbliebenen Reichstruppenkontingente.
Am 27. Januar 1799 übergab Oberst Faber die seit Oktober 1795 belagerte Festung kampflos den Franzosen.
Nach der Kapitulation folgte er Kurfürst Clemens Wenzeslaus ins Exil, der ihn mit dem goldenen Degen ehrte.
Faber wechselte 1801 in den Dienst der österreichischen Armee, wo er als Oberst das Regiment Deutschmeister kommandierte.
Bis 1826 leitete er die Militärakademie in Wiener Neustadt.
Auf eigenes Ansuchen, wegen geschwächter Gesundheit, wurde er im Oktober 1826 pensioniert.
Johann Philipp von Faber ist 05.03.1844 in Wien gestorben.
Die Beerdigung fand zwei Tage später, am 07.03.1844, am
St. Marxer Friedhof an der Friedhofsmauer statt
(Abschnitt tlw. vom Landeshauptarchiv Koblenz übernommen).
Wildensteiner Ritterschaft zur blauen Erde: Die Wildensteiner Ritterschaft zur blauen Erde (gegründet 1790)
war eine romantisch-gesellige Vereinigung auf Burg Seebenstein, gegründet von Anton David Steiger.
Prominente Mitglieder waren Erzherzog Johann (Großmeister), der Herzog Karl August von Weimar,
Prinz Leopold von Sachsen-Coburg-Gotha sowie zahlreiche Adelige und Beamte.
Familie: Heirat (Katholisch) mit Dom. Amalia von Faber, am 08.02.1785 in Mainz (Gemeinde der Eheschließung: Sankt Emmeran), Rheinland-Pfalz, Deutschland, † vor 1844.
Kinder:
Joseph von Faber, Oberst, k.k. Major von Bellegarde Infanterie (1825),
Christian Gr. Kinsky Infanterie-Regiment Nr. 16 (Militär-Schematismus des österreichischen Kaiserthumes, 1835), Kommandant des Friedrich Infanterie-Regiments Nr. 16 (1836), * 1785, † 26.04.1836 in Venedig, ledig.
Friderica.
Hermann Faber, Adoptivsohn, großherzoglich badischer Amts-Assessor (Amtmann) in Wiesloch (Adelsstand 03.1841), verlobt 02.1846 in Magdeburg mit Frl. Antonie Bethge (Deutsche Allgemeine Zeitung vom 16.2.1846, Seite 8).
Philipp Faber, Adoptivsohn, großherzoglich badischer Artillerie-Oberlieutenant (Adelsstand 03.1841), Hauptmann d. R., † um 22.02.1900.
Brünner Zeitung der k.k. priv. mähr. Lehenbank vom 15.10.1826, Seite 1:
Bei der k. k. Armee haben sich folgende Veränderungen ergeben:
Feldmarschall-Lieutenant Philipp von Faber,
Local-Direktor der Militär-Akademie zu Wiener-Neustadt,
wurde auf sein Ansuchen, wegen geschwächter
Gesundheit, in Ruhestand versetzt, und
erhielt den Feldzeugmeisters-Charakter mit 4000
Gulden Pension; General-Major Johann Trautmann,
wurde an dessen Stelle zum Local-Director dieser Akademie ernannt.
Der Sammler. Ein Unterhaltungsblatt vom 9.3.1844, Seite 4:
Militärisches.
Am 5. März verschied in Wien Hr. Philipp von Faber. k. k.
General-Feldzeugmeister, und zweiter Inhaber des 26 k. k. Linien-Infanterieregiments,
im 89. Jahre seines Alters. Ihn begleitet ins bessere Jenseits
die allgemeine Achtung seiner persönlichen Tugenden, und die Anerkennung
seiner Verdienste, die er sich sowol während seiner langjährigen
Anstellung bei der k. k. Artillerie, in welcher er schon den berühmten
Türkenkrieg ehrenvoll mitkämpfte, wie auch später als Lokaldirektor der
k. k. Militärakademie zu Wiener-Neustadt, erworben. Der Entseelte hinterläßt
keine Familie außer zwei Adoptivsöhnen, wovon der Eine großherzogl.
Baden'scher Artillerie-Hauptmann, und der Zweite großherzogl.
Baden'scher Amtmann ist. Zu der am 7. d. M. stattgefundenen Beerdigung
waren unter Kommando des Herrn Generalen der Kavallerie Grafen
Heinrich von Hardegg, ein Bataillon des Infanterieregiments
Deutschmeister, ein Bataillon des Infanterieregiments Hessen-Homburg,
die Grenadierbataillons Zagitschek und Wurmbrand,
zwei Divisonen Uhlanen und zwei Gpfünder Batterien ausgerückt,
welche ihre Aufstellung am
Stephansplatze und in der Wollzeile
nahmen, Der Leichnam wurde in der Wohnung des Verstorbenen in der
Riemerstraße von einer Division Uhlanen abgeholt, und in die
St. Stephanskirche
zur Einsegnung überbracht, worauf sich der Zug, und zwar
vom linken Flügel in Bewegung setzte, die an der Teté befindliche Uhlanendivision
den Leichnam an der Wienbrücke übernahm und ihn zur Beerdigung
auf den
St. Marxer Friedhof begleitete, der übrige Kondukt aber
rechts auf das Glacis abmarschirte, und in zwei Treffen aufgestellt, dem
Verstorbenen die vorgeschriebenen Salben gab. Eine große Zahl der dienstfreien
Generäle, Stabs- und Oberoffiziere wohnten dieser Leichenfeierlichkeit
bei, zu der sich auch eine Menge Volkes als Zuseher eingefunden hatte.
Unsere besondere Aufmerksamkeit nahm bei diefer Gelegenheit der neu dekorirte
militärische Leichenwagen in Anspruch, und die getroffene Abänderung,
daß an der Stelle des frühern einfachen Bruststückes, nun eine geharnischte,
bestorte Ritterfigur in Lebensgröße, mit auf die Hand gestütztem
Haupte auf der Decke des Wagens ruht, kann nur als sehr sinnig und der
Würde der Feier angemessen bezeichnet werden.
Wiener Zeitung vom 8.7.1836, Seite 9:
... des am 26 April d. J.
Venedig, ledigen Standes testato verstorbenen Herrn
Obersten
Joseph von Faber, Commandanten des G. H.
Friedrich Infanterie-Regiments Nr. 26, ...
Brünner Zeitung der k.k. priv. mähr. Lehenbank vom 11.3.1841, Seite 1:
Se. k. k. Apostolische Majestät haben mittelst Allerhöchst
unterzeichneten Diploms dem großherzoglich badischen
Amts-Assessor in Wiesloch, Hermann Faber, und
dem großherzoglich badischen Artillerie-Oberlieutenant,
Philipp Faber, als Adoptivsöhne des pensionirten k. k.
General-Feldzeugmeisters Philipp von Faber, den Adelsstand
des österreichischen Kaiserstaates allergnädigst zu verleihen geruhet.
Die Grabstelle befindet sich am
St. Marxer Friedhof (
Position 158, Gruppe 5).
Quelle: Text: www.nikles.net, Abschnitt Leben und Karriere: Landeshauptarchiv Koblenz, Bilder: Wiener Zeitung vom 29.11.1823, Seite 12,
Brünner Zeitung der k.k. priv. mähr. Lehenbank vom 15.10.1826, Seite 1,
Blasius Höfel (Artist), Moritz Michael Daffinger (Artist), Philipp von Faber, k. k. General Feldzeugmeister und zweiter Inhaber des k. k. Linien- Infanterie-Regiments Nro 26, before 1863, Wien Museum Inv.-Nr. W 1674, CC0 (https://sammlung.wienmuseum.at/en/object/335203/),
Der Sammler. Ein Unterhaltungsblatt vom 9.3.1844, Seite 4,
Kirchenbuchkartei Mainz vom 8.2.1785, Seite 234 und 235 (Kirchenindexkarten, 1585-1807),
Wiener Zeitung vom 5.1.1825, Seite 3,
Wiener Zeitung vom 8.7.1836, Seite 9,
Brünner Zeitung der k.k. priv. mähr. Lehenbank vom 11.3.1841, Seite 1.