Person - Karl Josef Grysar
Karl Josef Grysar, * 2. Januar 1801 in Lendersdorf bei Düren, † 3. April 1856 in Wien, Bestattungsdatum: 5. April 1856,
war ein deutscher Klassischer Philologe.
Zuletzt wohnhaft: 3., Landstraße Nr. 77.
Knapp ein Jahr nach seinem Tod, am 26.03.1857, verstarb seine Frau Theresia mit 51 Jahren.
Karl Josef Grysar besuchte das Jesuitengymnasium in Düren und studierte anschließend Klassische Philologie
und Philosophie an der Universität Bonn. Zu seinen akademischen Lehrern gehörten Friedrich Gottlieb Welcker,
August Wilhelm Schlegel und Christian August Brandis.
Nach dem frühen Tod seiner Eltern nahm Grysar eine Hauslehrerstelle an, um sein Studium zu finanzieren.
1824 ging er an das Gymnasium zu Köln, wo er neben dem Lehrerberuf Zeit für wissenschaftliche Publikationen fand.
1850 wurde er als Professor für Klassische Philologie an die
Universität Wien berufen
und zum Mitdirektor des neugegründeten Philologisch-Historischen Seminars ernannt.
Bereits wenige Jahre später starb er überraschend. Sein Nachfolger an der
Wiener Universität
wurde Professor Emanuel Hofmann.
Werke:
De Doriensium comoedia quaestiones atque Epicharmi et Italicae comoediae scriptorum fragmenta, Köln 1824 (Bd. 1)
De Graecorum tragoedia qualis fuit circum tempora Demosthenis, 1830
Theorie des lateinischen Stils nebst einer lateinischen Synonymik und einem Antibarbarus, Köln 1831
De Sophrone mimographo, 1838
Handbuch lateinischer Stilübungen, Köln 1839 und 1845
Der römische Mimus, Wien 1854
Über das Canticum und den Chor in der römischen Tragödie, Wien 1853.
Wiener Zeitung vom 6.4.1856, Seite 5:
Am 3. d. M. starb hier Herr Karl Joseph Grysar,
Doktor der Philosophie, ordentlicher
öffentlicher Professor der klassischen Philologie
an der
k. k. Wiener Universität,
Mitdirektor des philosophisch-historischen Seminars in Wien,
nach langer Krankheit im 56sten Lebensjahre.
Fremden-Blatt vom 8.4.1856, Seite 3:
Am 5. April fand das Leichenbegängniß des am 3. April, wie
wir bereits meldeten, verstorbenen Herrn Doktors und Professors K. J.
Grysar statt, und hatte sich hiezu eine große Anzahl von Professoren,
Akademikern, Lehrern, Beamten und Studirenden eingefunden.
Geistliche Lehramts-Kandidaten, die er im Seminare zu Schülern hatte,
segneten die Leiche ein. Der Verstorbene, der sich durch viele treffliche
Werke im Gebiete der lateinischen Philologie und Archaeologie seit langer
Zeit in Deutschland einen rühmlichen Namen erworben, hinterläßt
sieben Kinder und eine Witwe, eine Schwägerin des im Jahre 1852
verstorbenen ausgezeichneten Historikers Grauert.
Tagespost Graz vom 8.10.1856, Seite 2:
An der
Wiener Universität ist
die durch den Tod des Professor Grysar erledigte
Lehrkanzel der classischen (insondes lateinischen)
Philologie dem Herrn Professor Dr. Emanuel
Hofmann in Graz verliehen worden.
Die Presse vom 30.3.1857, Seite 2:
Grysar Theresia, k. k. Professors-Witwe,
51 J., Landstraße 457, Lungentuberculose.
Die Grabstelle befindet sich am
St. Marxer Friedhof (
Position 199a).
Quelle: Dieser Text basiert auf dem Artikel
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Bilder: Wiener Zeitung vom 6.4.1856, Seite 5, Fremden-Blatt vom 8.4.1856, Seite 3, Tagespost Graz vom 8.10.1856, Seite 2, Die Presse vom 30.3.1857, Seite 2.