Person - Ludwig Creutzer
Ludwig Jakob Creutzer (auch Ludwig Kreutzer), Dr., Erster Primararzt an der 1. Medizin. Abteilung der Krankenanstalt Rudolfstiftung (jetzt Klinik Landstraße),
gewesener k.k. Polizeibezirksarzt, Bezirks-Armenarzt,
Präsident beim Thierschutz-Centralverein,
* 1809 (lt. Namensverzeichnis der Rudolfstiftung) oder 1811, † 06.05.1866, zuletzt wohnhaft: 3., Erdberger Straße Nr. 3.
In diesem Haus, in der Erdberger Straße Nr. 3, wohnte auch der am 22.07.1882 verstorbene Historienmaler
Vinzenz Katzler
sowie Illustrator Ladislaus Eugen Petrovits * 1839, † 1907, dessen Karikaturen beim Publikum sehr beliebt waren.
Ludwig Creutzer promovierte 1832 an der
Wiener Universität zum Doktor der Medizin.
Ein Jahr vor seinem Tod, im Jänner 1865, wurde Dr. Ludwig Creutzer zum Primaratzt der Rudolfstiftung ernannt.
In den Aufzeichnungen aus dem Jahr 1865 geht hervor, dass Dr. Ludwig Creutzer auch auf Gemeindeebene auf der
Landstraße
(2. Wahlkörper) politisch tätig war
(Konstitutionelle Volks-Zeitung vom 15.5.1865, Seite 6).
Der als tüchtiger Arzt und als Menschenfreund bekannt gewesene Primararzt im Krankenhaus Rudolfstiftung
sowie Bezirks-Armenrat Dr. Ludwig Kreutzer starb im Alter von nur 57 Jahren an Typhus.
Sein Bild sowie das seiner Gattin Serafine befindet sich im
Bezirksmuseum Landstraße.
Nachkommen: Ein Ururenkel des berühmten Wiener Arztes Dr. Ludwig Creutzer ist der Architekt Dipl.-Ing. Dr. Techn. Heinz Düringer (* 09.11.1930 in Wien).
Er studierte ab 1949 Architektur an der Technischen Hochschule Wien, wo er auf dem Gebiet des Flugzeugleichtbaus promovierte.
Für die Gemeinde Wien entwarf Heinz Düringer unter anderem gemeinsam mit Kurt Braun die Wohnhäuser
Kleine Neugasse 21 in Wien 5 (1977-1979) und Krongasse 18 in Wien 5 (1978/79).
Ehrungen:
1832: Diplom der Gesellschaft für Natur- und Heilkunde in Dresden (Wiener Zeitung vom 5.3.1832, Seite 1)
1852: Belobigung bezüglich der Förderung des Impfgeschäftes (Die Presse vom 21.4.1854, Seite 3).
1856: Allerhöchstes Wohlgefallen seiner Majestät anlässlich der vorjährigen Cholera-Epidemie (Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Aerzte zu Wien 1856, Seite 516).
1865: Ernennung zum Primararzt der Rudolfstiftung (Fremden-Blatt vom 22.1.1865, Seite 2 und Tagespost Graz vom 22.1.1865, Seite 2).
1865: Impfpreis zugunsten der Schutzpockenimpfung in
Niederösterreich (Wiener Medizinische Wochenschrift 1865, Seite 119).
1866: Wahl zum Präsidenten des Thierschutz-Centralvereines, sowie Verleihung der goldenen Vereins-Medaille, zuerst Eigenthum des Dichters Castelli, dann des Freiherrn v. Kempten.
Publikationen:
1842: Einige Worte über den Rothlauf und seine Behandlung (Jahrbücher der in- und ausländischen gesammten Medizin, 1842, Band 36, Seite 327).
1843: Beobachtungen über die Wirksamkeit der versendeten Franzensbader Heilquellen (Jahrbücher der in- und ausländischen gesammten Medizin, 1843, Band 40, Seite 152).
Wiener Zeitung vom 5.3.1832, Seite 1: Die k.k. vereinigte Hofkanzley hat dem k.k. Polizey-Bezirksarzte zu Wien, Doctor Ludwig Creutzer, die
Annahme des erhaltenen Diploms der Gesellschaft für Natur- und Heilkunde in Dresden bewilligt.
Wiener Zeitung vom 12.10.1832, Seite 1:
Folgendes ist das alphabetische Verzeichniß der im
Schuljahre 1831/32 an der
Wiener Universität graduirten
Doctoren der Medicin:
...
Creutzer Ludwig Jacob, aus Wien.
...
Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Aerzte zu Wien 1856, Seite 516:
Auszeichnungen.
Se. k. k. Apostolische Majestät geruhten mit Allerhöchster Entschliessung
vom 14. l. M. in Anerkennung der verdienstlichen Leistungen
während der vorjährigen Cholera-Epidemie in Wien dem ersten
Stadtphysikus, Dr. Alois Stuhlberger und dem Primararzte im allgemeinen
Krankenhause, Dr. Michael v. Viszanik, das Ritterkreuz
des Franz Joseph-Ordens; den Bezirksärzten Dr. Johann Fleckenstein
und Dr. Joseph Hasenöhrl, dem Stadt-Armenarzte Dr.
Gustav Lorenz Leitner, dem Bezirksarzte Dr. Karl Schmidt, dann
dem Privatarzte Dr. Willibald Edlen v. Gunz das goldene Verdienstkreuz
mit der Krone allergnädigst zu verleihen und zu befehlen, dass
aus demselben Anlasse dem Bezirksarzte
Dr. Ludwig Creutzer, dem
Dr. Karl Ottinger, ordinierenden Arzte, und dem Dr. Franz Prochaska,
Secundararzte im Bezirkskrankenhause auf der
Wieden,
der Ausdruck der Allerhöchsten Zufriedenheit, endlich den Conventen der
barmherzigen Brüder in der
Leopoldstadt, der barmherzigen Schwestern
daselbst und in
Gumpendorf und der Elisabethinerinnen auf der
Landstrasse
das Allerhöchste Wohlgefallen mit ihrer auch diessmal bethätigten
Mitwirkung bekannt gegeben werde.
Fremden-Blatt vom 22.1.1865, Seite 2:
(Amtliches.) ... Das Staatsministerium hat den Polizeibezirksarzt
Dr. Ludwig
Kreutzer, den Regimentsarzt und Professor Dr. Karl Böhm, den Primarwundarzt
des St. Annen-Kinderspitals Dr. Friedrich Salzer, den praktischen Arzt und
Mitglied der ständigen Medizinalkommission in Graz Dr. Alois Reßl, den ordinirenden
Arzt im
Gumpendorfer Filialspitale Dr. Viktor Freiherrn von Lichtenfels
und die Wiener praktischen Aerzte Dr. Gustav Löbel und Dr. Gustav Wertheim
zu Primarärzten bei der Krankenanstalt „Rudolf-Stiftung" ernannt.
Konstitutionelle Volks-Zeitung vom 15.5.1865, Seite 6:
In den Aufzeichnungen aus dem Jahr 1865 geht hervor, dass Dr. Ludwig Creutzer auch auf Gemeindeebene
auf der
Landstraße (2. Wahlkörper) politisch tätig war.
Neue Freie Presse vom 27.4.1866, Seite 6:
In der heutigen siebzehnten General-Versammlung des Thierschutz-Centralvereins
führte Dr. Ludwig Creutzer den Vorsitz.
Der Vereinsausschuß, Herr Neuwirth, eröffnete die Versammlung
mit einer Ansprache, in welcher er den Austritt des früheren Präsidenten,
F. X, Ritter v. Heintl, der durch Gesundheitsrücksichten
zu diesem Schritte genöthigt ist, anzeigt. An die Stelle desselben
wählte der Ausschuß Herrn
Dr. Ludwig Creutzer zum Präsidenten
welchem in der heutigen Versammlung die goldene Vereins-Medaille
zuerst Eigenthum des Dichters Castelli, dann des Freiherrn v. Kempten,
überreicht wurde. Dr. Creutzer betonte in seiner Ansprache
die Wichtigkeit des Vereins vom Humanitären und national-ökonomischen
Standpunkte aus, auch mit anderen Vereinen sei der Wiener
in Verbindung gestanden, so mit denen in Paris, London, Berlin,
Haag.
Wiener Zeitung vom 8.5.1866, Seite 14:
Verstorbene.
Creutzer Ludwig, Doctor der Medicin u. k. k. Primararzt in der k. k, Rudolf-Stiftung,
Landstraße, Erdbergerstraße 3, am 6. Mai um 3 3/4, Uhr Nachmittags.
Gemeinde-Zeitung: unabhängiges politisches Journal vom 10.5.1866, Seite 12:
Zwei Bezirksärzte gestorben.
Doktor Ludwig Kreutzer, der Bezirks-Armenarzt
im 3. Bezirke
Landstraße und Primararzt im Rudolfespitale in Wien,
ist den 6. Mai am Spitaltyphus nach nur achttägigem Krankenlager gestorben.
Die Armen verlieren an demselben einen großen Freund und Wohlthäter; die
Fälle, daß er den von ihm außer dem Spitale behandelten armen Kranken die
Mittel zu einer entsprechenden Diät aus Eigenem reichte, stehen nicht vereinzelt
da, und wird dessen Verlust im ganzen Bezirke tief betrauert.
Wiener Zeitung vom 1.7.1866, Seite 22:
Jakob Ludwig Creutzer.
Von dem k. k. städt. deleg. Bezirksgerichte
Landstraße werden durch Edict vom 19. Juni
1866 Diejenigen, welche als Gläubiger an die
Verlassenschaft des am 6. Mai 1866 ohne letztwillige
Anordnung verstorbenen auf der
Landstraße,
Erdbergerstraße Nr. 3 wohnhaft gewesenen
Primararztes Hrn. Dr. Ludwig Jakob Creutzer
eine Forderung zustellen haben, aufgefordert,
bei diesem Gerichte zur Anmeldung und Darthnung
ihrer Ansprüche den 7. August 1866
Vormittags 10 Uhr zu erscheinen, oder bis dahin
ihr Gesuch schriftlich zu überreichen.
Die Grabstelle befindet sich am
St. Marxer Friedhof.
Die genaue Stelle konnte noch nicht bestimmt werden. Vermutlich das 5. Grab rechts von
Franz Morawetz (
Position 12b) Vom Datum der Beerdigungen würde es passen, die Inschrift ist nicht mehr lesbar.
Quelle: Text: www.nikles.net, Bilder:
Wiener Zeitung vom 5.3.1832, Seite 1,
Wiener Zeitung vom 12.10.1832, Seite 1,
Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Aerzte zu Wien 1856, Seite 516,
Fremden-Blatt vom 22.1.1865, Seite 2,
Konstitutionelle Volks-Zeitung vom 15.5.1865, Seite 6,
Neue Freie Presse vom 27.4.1866, Seite 6,
Wiener Zeitung vom 8.5.1866, Seite 14,
Gemeinde-Zeitung: unabhängiges politisches Journal vom 10.5.1866, Seite 12,
Matricula Online, Pfarre St. Rochus, Sterbebuch 03-19, 1. Januar 1866 bis 31. Dezember 1868, Seite 0035,
Wiener Zeitung vom 1.7.1866, Seite 22,
Jahrbücher der in- und ausländischen gesammten Medizin, 1842, Band 36, Seite 327,
Jahrbücher der in- und ausländischen gesammten Medizin, 1843, Band 40, Seite 152,
Bezirksmuseum Landstraße, Dr. Franz Hofbauer.